© Lupi Spuma

Lupi Spuma

Judas - Theaterstück von Lot Vekemans

21.3.17, 19:30, Leechkirche

Kirche meets Bühne

https://www.katholische-kirche-steiermark.at/?d=judas-2#.WH-I8vnhDIU

Ausschließlich in Kirchen wird als Kooperation des Schauspielhauses Graz mit der Kath. und Evang. Kirche Steiermark das Einpersonenstück "Judas" der holländischen Autorin Lot Vekemanns zu sehen sein. Der Schauspieler Frederik Jan Hofman erzählt als Judas in einem eindrücklichen Monolog seine Sicht der Geschichte und fordert die ZusschauerInnen zur Antwort heraus. Das Stück ist Augenzeugenbericht, Schuldbekenntnis, Verteidigungsrede und Imagekampagne in einem. Ein aufwühlender Theaterabend bei freiem Eintritt (Spenden erbeten) am 21.3. in der ältesten Kirche von Graz vor der monumentalen Fastentuch-Installation des tschechischen Künstlers Patrik Hábl.

Spielort Kirche
Regisseur Markus Kubesch sagt zur Herausforderung, das Stück in der Kirche zu inszenieren: "Der Spielort Kirche ist Segen und Fluch gleichzeitig, denn er ist Gefäß für ein ganz eindeutiges Narrativ. Ich glaube, dass jeder, der die Kirche als gläubiger Mensch betritt, mit einer klaren Erzählung von Judas als Verräter aufgewachsen ist und die Schwere dieser Geschichte ist in jedem Moment an diesem Ort spürbar. Jetzt ist unsere Judas-Figur eine sehr mutige, denn sie kehrt genau dorthin zurück, wo sie jedes Mal aufs Neue, über tausende von Jahren, immer wieder verurteilt wird. Und von dort sagt sie: 'Leiht mir euer Ohr, ich erzähle euch die Geschichte, ich erzähle aber den unbekannten Teil.'" Für den Hauptdarsteller Frederik Jan Hofmann zählt die Auseinandersetzung mit der Figur des Judas. Es gehe, "dem Betrachter eine neue, andere Sichtweise zu ermöglichen mit der er sich auseinandersetzt. Und schon tauchen die nächsten Fragen auf: Glaube, Zweifel, was ist wahr, was nicht … In der Hoffnung, viele weitere Fragen im Verlauf der Proben zum Stück zu finden, bin ich auf die Antworten der Zuschauer gespannt."

"Theater und Kirche wie Schwestern"
„Dass nun dieser Judas, der Jesus verriet, mitten in der Kirche, mitten im Publikum steht und als einer von uns seine Geschichte erzählt, wirft Fragen für jeden einzelnen auf – nicht zuletzt jene, ob nicht auch jeder von uns ein Verräter werden könnte“, meint Gertraud Schaller-Pressler, Kooperationspartnerin seitens der Katholischen Kirche Steiermark. Für sie sind Theater und Kirche wie „Schwestern“, die die Frage nach dem Sinn des Lebens verbindet: „Beide, Kirche wie Theater, blicken zudem auf eine lange, teils gemeinsame Geschichte zurück, man denke nur an das Jesuitendrama, das „Theatrum sacrum“ („Heiliges Theater“), das z.B. auf Kalvarienbergen christliche Heilsgeschichte anhand steingewordener Figuren erzählt, oder an die Passionsspiele.“ Auch Liturgie sei „geistliches Spiel“, bei dem sich die Akteure einer eigenen Kleidung und Sprache bedienen, um wie das Theater „Spiegelbild der Wirklichkeit“ zu sein, so Schaller-Pressler: „Wie hinter jedem Theaterstück eine Aussage über den Menschen, die Welt und die Gesellschaft getroffen wird, möchte jede liturgische Feier Glaubenswirklichkeiten in die Gegenwart, ins Jetzt transferieren“.

Am 15.3. um 15:00 veranstaltet das Schauspielhaus Graz für Interessierte einen Workshop zum Stück (kostenfrei). John-Ogilviehaus, Zinzendorfgasse 3
Anmeldung: rinner@khg-graz.at
Foto: Lupi Spuma


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